Ihr Lieben alle!
Es ist Weihnachtsmorgen, still und besinnlich, und ich empfinde gerade tiefe Dankbarkeit, Euch und allen Menschen gegenüber, die unseren Witwen in Tiruvannamalai am Ende ihres Lebens noch eine würdige, schöne Zeit ermöglichen. Es ist inzwischen ein großes, weites, wachsendes Netzwerk der Liebe entstanden mit „Highlights“, die wir in unseren kühnsten Anfangsvisionen nicht vorhersehen konnten. Und jede/r von Euch hat dazu beigetragen. Fühlt Euch alle herzlich bedankt und geliebt von unseren Frauen in Om Shanthi Old Age Home, die in meinem im Oktober dieses Jahres erschienen Buch: „Sie schaut mir direkt ins Herz….“ eine Stimme erhalten haben. Sie alle wissen, dass sie Freunde und Freundinnen in Deutschland/USA und der ganzen Welt haben, die ihnen diese glückliche Zeit am Ende ihres Lebens ermöglichen. Bitte spendet weiter, denn nur mit Euren Spenden können wir diese Arbeit tun. Oft kann ich Euch nicht danken, weil ich Eure Adressen nicht habe. bei einem Dauerauftrag schreibe ich Euch auch nicht jeden Monat eine Danksagung, sondern erst jetzt am Ende des Jahres….. Jeder Euro zählt und besonders die regelmäßigen Spenden, für die ich mich hiermit einmal ganz besonders bedanken möchte. Alle Eure Spenden kommen an und zu 97 % direkt den bedürftigen Frauen zugute. (Die fehlenden 3 % beziehen sich auf Büromaterial wie Porto, Papier, Druckerfarbe etc.) Wir arbeiten in unserem Verein hier in Bonn alle ehrenamtlich und bezahlen natürlich alle Reisekosten etc. aus eigener Tasche. Nur unsere angestellten Betreuerinnen in Om Shanthi bekommen ein angemessenes, gutes Gehalt und Manoharan (unser tüchtiger Projekt-Manager vor Ort) eine Aufwandsentschädigung.
So, jetzt aber zu den angekündigten „Highlights“ des vergangenen Jahres:
Im Januar 2025 wurde in meinem Beisein unsere neue Computerschule eröffnet. Es war ein besonderes Erlebnis zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder schon in der ersten Stunde Zeichnungen auf dem Bildschirm fabrizierten, von deren Herstellung ich keinerlei Ahnung hatte. Amu, eine hochqualifizierte Lehrerin, die im nächsten Dorf wohnt und fast alle Kinder kennt, unterrichtet seitdem unsere Witwen- und Landkinder jeden Tag nach der Schule an 5 Computerplätzen. Jeder Platz ist mit zwei Schüler/innen besetzt. Von 16.00 – 17.00 Uhr werden die 5.- 6. Klässler unterrichtet, von 17.00 – 18.00 Uhr die 7. – 8. Klässler, von 18.00 – 19.00 Uhr die 9. – 10. Klässler und ab 19.00 Uhr die College Studenten.
Nach 4 Monaten täglichem Unterricht haben inzwischen schon viele Schüler/innen ihr Abschlusszeugnis erhalten, welches ihnen nach Schulschluss gute Berufsaussichten ermöglichen wird. Gleichzeitig lernen sie Englisch! Der Kursabschluss, sowie besondere Feiertage werden mit unseren alten Om Shanthi Bewohnerinnen gemeinsam gefeiert. Ihr ahnt es sicher schon: Eins unserer großen Ziele ist „Bewusstseinsänderung im Hinblick auf unsere geächteten Witwen“. Wir sind da auf dem besten Weg, altherkömmlichen Aberglauben durch fröhliches, gelebtes, gemeinsames Leben zu überwinden.
Ab Anfang November 2025 hat Manoharan eine neue, wunderbare Idee in die Tat umgesetzt. Jeden Sonntagmorgen gibt es nun im ersten Om Shanthi Haus traditionellen, indischen Tanzunterricht für die Dorf- und Witwenkinder. Die Teilnahme ist so begehrt, dass für die Kleinsten der Unterricht nun draußen im Eingangsbereich stattfindet. Der Gesang- und Yogaunterricht findet weiterhin für unsere alten Frauen statt. So viel gemeinsames Leben zwischen alt und jung gibt es sicherlich nicht in vielen Altenheimen! Dank an Manoharan für seine unerschöpflichen, kreativen Ideen und Taten (Fotos und Videos findet Ihr auch in Facebook oder auch in meinem Whats app Status.)
Dank Eurer Spenden konnten wir nun nach langer Prüfung alle unsere drei Häuser mit Solarenergie versorgen. Dies bringt uns wirklich eine beträchtliche Ersparnis an Stromkosten. Herzlichen Dank auch dafür!
Noch ein Bauprojekt ist glücklich beendet: Da wir unsere Idee eines Küchengartens nach jahrelangen Versuchen endlich begraben haben – die Affenhorden haben geerntet bevor das Gemüse reif war – haben wir unsere kleine Küche, die eigentlich nur eine Abstellkammer war, zu einer „funktionsfähigen Altenheimküche“ ausgebaut. Sie ist jetzt für ca. 100 tägliche Essen geeignet, und zwar mit Abzug- , Koch- und Lagermöglichkeiten ausgerüstet und wird allen staatlichen Prüfungen (ja die gibt’s auch in Indien!) standhalten.
Der Lions Club von Tiruvannamalai hat wieder alle unsere lieben Frauen augenärztlich untersucht und die erforderlichen Brillen geliefert. Es macht Freude zu erleben, wie die Frauen dann anschließend zum ersten Mal in ihrem Leben richtig sehen können!
Dyoti und Pattu unsere beiden langjährigen Bewohnerinnen sind friedlich verstorben und werden von uns allen vermisst. Zum Glück sind sie noch in meinem Buch verewigt. Dafür sammeln wir neue Frauen auf, die einsam auf der Straße gelebt haben und ihr Glück nicht fassen können, wenn sie bei uns angekommen sind. Rani und Sumathi sind die beiden letzten Neuzugänge jetzt vor Weihnachten. Ich freue mich sehr alle neuen Frauen kennenzulernen, wenn ich am 10.01.2026 nach Indien fliege. Gerade hat mich noch Corona in den Klauen und mir ein stilles Weihnachtsfest in Quarantäne geschenkt. Danke!
Jemand hat mir gesagt, ich bedanke mich zu oft! Ist das so? Es täte mir leid, wenn das so ist! Ich fühle einfach soooo viel Dankbarkeit dem Leben gegenüber, immerzu….. Und dazu gehört Ihr auch, die Ihr unseren Schwestern in Indien ihr hartes Leben erleichtert.
Herzlichen Dank für alle Eure lieben Spenden und Euer Mitgefühl!
Mit allen guten Wünschen für 2026: Liebe, Frieden, Gesundheit und Glück für Euch und alle Eure Lieben.
Eure Anna im Namen von uns allen hier in Om Shanthi e.V. und Indien